Dienstag, 7. Mai 2013

Verbal eingeschüchtert

Und da saß ich nun, allein. Um mich herum waren acht andere Tische. Die Tische meiner Mitschüler. Ich schaue mich um. Sie sind beim Sport, ich habe eine Befreiung. Ich weiß das sie über mich reden. Negativ natürlich. Lästern. Schauen mich mit einem anklagenden Blick an. Zeigen mit dem Finger auf mich.
Meine Augen fangen an zu glühen. Verzweifelt spiele ich mit meinen Händen. Ich werde nervös. Bekomme Kopfschmerzen. Plötzlich spüre ich, wie ein Tropfen Wasser mit tausend Gefühlen meine Wange herunter läuft. Ich stehe auf und schlage meinen Tisch. Ich gehe durch den Raum, im wütenden Schritt, ein Bein vor das andere. Sie laufen quer durch das Schlachtfeld. Ich fange an zu schreien. Ich brülle ihre Sitzplätze an, zeige ihnen meinen Mittelfinger und feuere mich selbst auf den Boden. Ich kann einfach nicht mehr stehen. All meine Kraft ist aufgebraucht und wende mich von einer Seite zur anderen. Nach einiger Zeit stehe ich wieder auf und gehe auf die großen Fenster zu. Ich beobachte die Jüngeren beim spielen. Ich drehte mich wieder um und setze mich erneuert auf meinen Platz. Mein Ex macht mir keinen Mut. Er erniedrigt mich. So wie die Mädchen. Sie hassen mich. Ich meine nicht dieses "sie können mich nicht leiden, behandeln mich eher gleichgültig". Ich rede von Hass, tiefem Hass. Was Hass ist? Laut Wikipedia das: Hass ist eine menschliche Emotion scharfer und anhaltender Antipathie. Ausgehend von der Fähigkeit zu intensiven negativen Gefühlen wird der Begriff auch im übertragenen Sinne verwendet und steht allgemein für die stärkste Form der Abwendung, Verachtung und Abneigung.
Sie schlagen mich. Verbal. Nicht mit ihren zarten Kinderhänden. Es tut weh, so sehr, ich will mich schneiden. Ich sehe verheult aus. Mein Mascara ist bis zu meinem Kinn verlaufen und bin rot wie eine ekelige Tomate. Ich schreibe meinem Vater was ich fühle. Er versucht ich aufzuheitern, aber ich bin nicht mehr aufnahmefähig. Ich befinde mich im dritten Stock. Ich könnte das Fenster aufmachen und einfach springen. Nie wieder sich rechtfertigen müssen, nie wieder einen Schlag bekommen.


 

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