Mittwoch, 11. Januar 2012

Ein letztes mal

.. möchte ich, dass du mich ansiehst, mich anlächelst, auf mich zu kommst, mir in die Augen siehst, mir ein Kompliment machst, meine Hand nimmst, mich umarmst, mich küsst, meine Wange streichelst, meine Träne(n) wegwischt,  mir ein Lied singst, jedem zeigst, dass ich dir gehöre; dass du mir deine Liebe gibst, deine Ehrlichkeit hören, deine Nähe spüren, mich nicht allein lässt, mir Sicherheit gibst, mit mir fliehst, mir deinen Pulli gibst, 'deine' sein, mit dir ins eiskalte Wasser springen, die Aussicht genießen, unter einem Sternenhimmel liegen, frei sein, deinen Duft riechen, normal sein, dünn sein, schön sein, lachen, anders sein, besser sein, Wärme spüren, eine Lösung finden, Chaos vermeiden, mit dir zusammen sein, dir alles recht machen, dich haben, eine beste Freundin haben, ehrliche Freunde besitzen, atmen, existieren, LEBEN.

Ich sehe kein Ende in all dem was um mich passiert. Ich verliere alles, mein Gleichgewicht, mein Leben, meine Existenz, meine beste Freundin. Nichts kann mich noch retten, ich bin verloren, hoffnungslos, allein. Ich werde sterben, niemand wird etwas merken. Ich besitze keinen Mut, meine Hoffnung auf etwas besseres ist verloren. Ich schaue in den Spiegel, sehe mich an, weine. Ich bin zerstört, kaputt von allem. Die Tränen verblassen, falle auf die Knie und ziehe mir an den Haaren. Ich fange an zu schreien, trete gegen den Spiegel und vor mir liegt mein inneres Ich. Nein, das ist falsch. Wer bin ich schon? Nichts weiter als jemand, der versucht, gnadenlos im Kampf alles zu töten und doch nicht gewinnt. Richtig, ich bin Niemand. Niemand, den man schätzt. Niemand, den man beachtet und Liebe gibt. Ich hebe eine Scherbe auf, schaue mich darin an. Ich bin so hässlich, wenn ich weine. Ich werfe die Scherbe auf den Boden, drehe mich um, schmeiße mich auf das Bett. Ich raste aus, vor Wut schlage ich den Kopf gegen die Wand. Verzweifelt stehe ich auf, suche nach meiner Klinge. Ich nenne sie Freund, sie war immer da. Ich finde sie nach langem suchen nicht. Ich wühlte über all rum, schmiss Sachen aus den Schubladen und Fotos sowie Gegenstände vom Schrank. Ich fühle mich allein, einsam wie noch nie. Ich gehe zu Tür, drehe mich ein letztes mal um, sehe das Schlachtfeld und verließ es.
- Nein, es ist nie passiert, es schwirrte mir nur im Kopf.



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